Die Erstellung eines multimedialen Wörterbuchs erfolgt mithilfe eines grossen Projektes mit Schwergewicht im Sprachlichen. Daneben werden aber auch Fertigkeiten im Umgang mit ICT-Hilfsmitteln erlernt bzw. geübt: Umgang mit Kamera und Mikrofon, mit Computer und Software zur Verarbeitung der Aufnahmen.
Auch wenn die Auseinandersetzung mit dem Vokabular, mit den fremden Sprachen und mit den ICT-Mitteln Hauptziel sind, wäre es schade, wenn am Schluss kein fertiges und funktionierendes Produkt vorgezeigt werden könnte. Lehrpersonen, die sich erstmals an ein solches Projekt wagen, sollten Gelegenheit erhalten, sich als Gruppe in einem Kurs gemeinsam auf das Unternehmen vorbereiten zu können.
11.1 Zielpublikum
Der Kurs richtet sich an Lehrkräfte, die mit ihrer Klasse ein audiovisuelles Wörterbuch erarbeiten möchten. Das können Lehrkräfte von Integrationsklassen sein, aber auch Lehrkräfte von Regelklassen mit hohem Anteil an fremdsprachigen Schülerinnen und Schülern. Auch die Erstellung eines audiovisuellen Wörterbuchs in einer Block- oder Projektwoche ist denkbar.
Ausserdem ist es denkbar, den Kurs als SCHILF (Schulinterne Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung) anzubieten, mit dem Ziel, dass ein ganzes Kollegium gemeinsam ein Wörterbuch produziert um es dann im Unterricht einzusetzen. Zum Beispiel könnten die Themen innerhalb einer Schule auf verschiedene Klassen verteilt werden.
Der Kurs erfordert einigen Zeitaufwand und richtet sich nur an Lehrkräfte, die sich die nötigen Voraussetzungen betreffend ICT-Einsatz bereits erworben haben. Es kann keine grundlegende Anwender/innenschulung an Hard- und Software angeboten werden.
11.2 Gedanken zur Verwendung des Szenarios
Die Einführung in das Projekt findet in der praktischen Durchführung statt. Die Gruppe funktioniert als „Klasse“. Dabei sind folgende Punkte zu behandeln:
- Erarbeitung eines Grundvokabulars mit der Klasse
- Überprüfung des Vokabulars auf Genderaspekte
- Erarbeitung der Übersetzungen
- Visualisierung des Wortschatzes
- Realisation der Kurzfilme
- Zusammenfügen der Einzelteile zu einem Ganzen
- Einsatzmöglichkeiten des multimedialen Wörterbuchs im Unterricht
Als Grundlage der Arbeit im Kurs dienen die vorangegangenen Ausführungen und das fertige AVW als Kursunterlagen.
Da in einem Kurs für Lehrpersonen wohl vor allem Personen mit deutscher Muttersprache anzutreffen sein werden, muss nach einem leicht veränderten Modus vorgegangen werden:
Das Vokabular wird in die von den Kursteilnehmenden gesprochenen Fremdsprachen übertragen. Französisch und Englisch müssten eigentlich vorkommen, weitere Sprachen, die wenigstens ansatzweise bekannt sein dürften sind: Italienisch, Spanisch... Es ist absolut denkbar, die Wörter auch in Lateinisch oder Altgriechisch zu übertragen.
11.3 Ablaufsskizze
Der Kurs ist so angelegt, dass er in fünf Veranstaltungen durchgeführt wird. In diesen Veranstaltungen wird jeweils ein Schritt eingeführt und ausprobiert. Die praktische “Routinearbeit“ wird zwischen den Veranstaltungen in den Teilnehmer/innen-Gruppen ausgeführt. Zwischen den Blöcken sollen deshalb drei bis vier Wochen liegen. In der Kurschauschreibung muss unbedingt auf diesen zusätzlichen Zeitaufwand aufmerksam gemacht werden.
11.3.1 Kursteil Projektvorstellung, Gruppenbildung, Festlegung des Wortschatzes (3 Lekt.)
Vorstellen der Projektidee mit der fertigen CD aus der Erprobungsphase.
Erläuterung der Projektschritte
Erster Schritt zur Erarbeitung des Vokabulars in der ganzen Gruppe: Bestimmen der Themenkreise.
Bildung von Gruppen mit zwei bis drei Teilnehmenden, die je einen Themenkreis bearbeiten.
Einstieg in die Erarbeitung des Detailvokabulars in den Kleingruppen.
-> Ziel für den zweiten Teil: Die Gruppen legen das ausgewählte Vokabular vor.
11.3.2 Kursteil Illustration des Wortschatzes (3 Lekt.)
Mögliche Quellen für Bildmaterial zu den Begriffen werden vorgestellt und erprobt:
- Recherche im Internet, herunterladen
- Handzeichnungen (z.B. im Zeichenunterricht erstellt)
- Einscannen von gedrucktem Bildmaterial, Bearbeitung
- Digitale (oder klassische) Fotografie
-> Ziel für den dritten Teil: Die Gruppen beschaffen das nötige Illustrationsmaterial und die Übersetzungen ihres Wortmaterials
11.3.3 Kursteil Erstellen der Video-Sequenzen (3 Lekt.)
- Aufzeichnen von Video-Sequenzen mit den vorhandenen Kameras und Einlesen in den Computer ausprobieren.
- Kontrolle der eingelesenen Formate auf Kompatibilität mit MacOS und Windows.
- Nachbearbeitung der Video-Sequenzen mit geeigneter Software (iMovie, Quick-Time) erproben.
- Wenn möglich bereits produktive Aufzeichnung der Videosequenzen.
-> Ziel für den vierten Teil: Die Gruppen haben die Video-Sequenzen aufgezeichnet und nachbearbeitet.
11.3.4 Kursteil Zusammenstellen der Präsentation (3 Lekt.)
- Mögliche Varianten für die endgültige Präsentation vorstellen und ausprobieren (Power-Point, AppleWorks, FileMaker, HTML), Wahl der geeigneten Software.
- Erarbeitung der Präsentation
-> Ziel für den letzten Teil: Die Gruppen haben ihre Präsentation vorführbereit fertiggestellt.
11.3.5 Kursteil Vernissage und Schlussarbeiten (3 Lekt.)
- Die Gruppen stellen sich ihre Produkte gegenseitig vor.
- Mögliche Schlussarbeiten: Zusammenfügen der Präsentationen zu einem Ganzen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Kurs sich zu Beginn darauf geeinigt hat und ein gemeinsames Format, allenfalls auch ein gemeinsames Layout verwendet hat. Die Arbeit wird mit Vorteil einer “Redaktionskommission“ übergeben.
- Möglichkeiten des Erstellens eines gedruckten Wörterbuchs oder einer interaktiven Form als Datenbank mit Suchmöglichkeit aufzeigen.
11.4 Voraussetzungen
>11.4.1 Erforderliche Kenntnisse des Zielpublikums
Da keine eigentliche ICT-Anwenderschulung vorgesehen ist, müssen die Teilnehmenden einiges an Vorkenntnissen mitbringen:
- Sicherer Umgang mit PC und Internet
- Handhabung der digitalen Kamera inkl. Überspielung der Video-Sequenzen auf den PC und Nachbearbeitung
- Kenntnisse der verwendeten Präsentationssoftware (meist Microsoft PowerPoint)
11.4.2 Technische Voraussetzungen
- Digitale Filmkamera oder ev. digitale Fotokamera mit der Möglichkeit, kurze Video-Sequenzen aufzunehmen. Am besten ist es, wenn die Teilnehmenden diejenigen Kameras selber mitbringen, die sie später in der praktischen Arbeit selber verwenden wollen.
- Computer, die grosse Datenmengen verwalten können. Einfacher ist die Arbeit mit den wenn vorhanden mitgebrachten LapTops der Teilnehmenden.
- Standardsoftware, Präsentationssoftware, Video-Bearbeitungssoftware
- Beamer für die Präsentation der Beilspielarbeit, für Anleitungen während des Kurses und für die Vorstellung der Beiträge der Teilnehmenden
- Internetanschluss
- Scanner zur Erfassung von gedrucktem Bildmaterial oder Zeichnungen
- CD- bzw. DVD-Brenner für die fertigen Arbeiten.
11.5 Materialien, Kursunterlagen
Im Wesentlichen sind die vorhergehenden Ausführungen dieser Szenarios auch die Kursunterlagen.
Auf handbuchartige Anwenderschulungsunterlagen wird bewusst verzichtet, da einerseits keine Anwenderschulung vorgesehen ist, andererseits die verwendete Hard- und Software (der Teilnehmenden) sehr unterschiedlich sein kann.