Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2003/2004
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Wetterkunde und Wetterbeobachtung unter Einsatz von Webcams und Infos aus dem Internet.


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GENDER
Schülerinnen und Schüler

In diesem Projekt wird mehrheitlich in Kleingruppen am Computer gearbeitet. Dies garantiert, dass die Mädchen ebenso zum Zuge kommen wie die Knaben. Da immer wieder auf die gleichen Internetseiten zugegriffen wird, sollte dies auch bei scheuen Kindern das Vertrauen stärken und zu ersten Internet-Automatismen führen, welche sich positiv auf das Selbstvertrauen im Gebrauch des Internets auswirken sollten.

Die Auswahl der Arbeiten berücksichtigt die Präferenzen beider Geschlechter. Es werden sowohl technische Details wie auch ganzheitliche Betrachtungsweisen unterstützt. Die Webcams stossen bei den Mädchen auf grosses Interesse, die ganzheitliche Sichtweise kommt hier zum Tragen. Ein Ort wird nicht nur auf Messwerte „reduziert“.

Durch die Offenheit der Unterrichtsanlage, die individuelle Arbeitstempi zulässt, wirken sich „Fehler“ nicht so auffällig aus, und deshalb können die Mädchen auch einmal etwas „riskieren“.

Das Beobachten des Wetters vor Ort sichert das Berücksichtigen der emotionalen Aspekte des Wettergeschehens, die bei einer Beobachtung durch eine Webcam eventuell zu kurz kommen könnten. Bei Werkarbeiten ist darauf zu achten, dass dem gestalterischen Aspekt Gewicht beigemessen wird. Die Arbeiten sollen nicht nur funktionell, sondern auch optisch ansprechbar sein.

Das Herstellen von Wettermessgeräten und das Ausprobieren von elementaren physikalischen Vorgängen sichert einen ganzheitlichen Zugang zum Thema. Oft werden bei diesem Thema sonst nur Formeln und Messwerte im Unterricht bearbeitet, die „männliche Sichtweise“ dominiert, was den Mädchen den Zugang unnötig erschwert. Beim Darstellen der Daten sollte auf eine darstellerisch ansprechende Arbeit Wert gelegt werden. Nicht nur die Fakten, sondern auch ihre Präsentation haben Gewicht.

Beim Beschreiben der Vorgänge soll speziell auf das Erwähnen der Gefühle und Meinungen geachtet werden. Nicht nur, dass das für Mädchen in diesem Alter wichtig ist, es zeigt der Lehrperson sofort, wenn es den Kindern nicht mehr wohl ist.

Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer

Im Erwachsenenbereich muss es den Teilnehmerinnen möglich sein, Selbstvertrauen im Umgang mit ICT aufbauen. Bei der Zusammenarbeit an den Computern sollte diskret darauf geachtet werden, dass die Frauen nicht durch ihre Kollegen ständig belehrt werden, sie sollten sich selbständig mit den Themen auseinandersetzen können.

 

Erfahrungsgemäss interessieren sich Frauen mehr für eine ganzheitliche Sicht als für technische Details. Bei der obigen Ausbildungseinheit steht die ganzheitliche Sicht eines Ortes im Vordergrund, er wird nicht auf eine Reihe von Wetterdaten reduziert. Dies dürfte den Teilnehmerinnen entgegenkommen.

Beim Auswerten der Beobachtungen mit den Webcams dürfen ruhig auch andere Aspekte beachtet werden, wie etwa Verkehr, Bebauungsdichte, möglicher Einfluss des beobachteten Wetters auf die Menschen usw..

Die vielfältigen Möglichkeiten des Szenarios bezüglich Genderaspekten sollten während der Einführung den Kursteilnehmenden bewusst gemacht werden, damit sie diese in ihrem Unterricht nutzen.


Wetterkunde und Wetterbeobachtung unter Einsatz von Webcams und Infos aus dem Internet.

| Dieter Fischlin (Zuchwil, SO), Bernadette Villiger (Flumenthal, SO)