Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2003/2004
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Webbasiertes Feedback


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ONLINE-EVALUATION
Möglichkeiten von elektronischem Feedback

Holt man Feedback auf elektronischem Wege ein, verwendet man letztlich dieselben Methoden wie bei einem „traditionell“ eingeholten Feedback. Elektronisch eingeholtes Feedback unterscheidet sich vom traditionell eingeholten vor allem in der Form, d. h. im Medium, über welches das Feedback eingeholt wird. Doch hat das Medium natürlich auch einen Einfluss auf die Qualität der Rückmeldungen (seit Marshall McLuhan eine Selbstverständlichkeit…) – darum geht es unter anderem in den Überlegungen, die wir hier machen. Denn gross kann der Einfluss des Mediums auf das Resultat sein, was zwischen schriftlich und mündlich einholten Feedbacks besonders deutlich wird (vgl. dazu unten, Kapitel 0, zu den Gefahren elektronischen Feedbacks).

Elektronisch eingeholtes Feedback ist also vor allem einmal schriftliches, individuelles Feedback. Die Möglichkeiten, die elektronisches Feedback bietet, unterscheiden sich denn auch nicht grundsätzlich von schriftlichem.

Die Hauptunterschiede liegen einerseits in der Auswertung des Feedbacks und andererseits in der Verfügbarkeit des „Fragenkatalogs“ (es soll hier im Moment dieser Begriff verwendet werden).

Die Auswertung elektronisch eingeholten Feedbacks kann, gerade bei einer grossen Anzahl von Befragten, erheblich leichter fallen – insbesondere dann, wenn es darum geht, Fragen auszuwerten, bei denen Antwortmöglichkeiten fix vorgegeben sind (Einfach- oder Mehrfachwahl) oder die quantifizierbare Resultate liefern (Skalen, Masszahlen). Bei Letzterem bietet elektronisch eingeholtes Feedback den Vorteil, dass die Zahlen nicht mehr von der Lehrkraft erfasst werden müssen – dieser Arbeitsschritt entfällt, da dies vom System übernommen wird. Die Lehrperson kann also gleich zur qualitativen Auswertung schreiten. Weniger deutlich ist der Vorteil bei freien Antworten. Doch auch hier ist es ein Vorteil, dass die Antworten elektronisch vorliegen, also leichter dokumentiert und weiterverarbeitet werden können. In der Auswertung geschlossener Fragebogen (also Fragebogen, bei denen aus möglichen Antworten auswählt werden kann) werden die Vorteile elektronisch eingeholten Feedbacks am deutlichsten: Die Lehrperson kann mit wenigen Mausklicks saubere Statistiken hervorzaubern.

Die Verfügbarkeit des Fragenkatalogs ist natürlich vor allem durch das Medium bestimmt. Doch auch hier zeigt sich die Nähe zum „traditionellen“ schriftlichen Feedback. Es ist nur sehr viel einfacher und mit kleinerem Aufwand verbunden, einen Fragenkatalog über Distanz oder an viele zu Befragende zu verteilen.

Grundsätzlich bietet das elektronische Medium verschiedene Möglichkeiten zur Einholung von Feedback. Dabei muss nicht unbedingt ein elektronischer Fragenkatalog bzw. Fragebogen vorliegen; genauso gut kann Feedback über E-Mail eingeholt werden. Andere Möglichkeiten des Mediums eignen sich weniger für Feedback, zumindest nicht in unserem schulischen Umfeld, das vor allem auf Präsenzunterricht beruht. So wird es kaum sinnvoll sein, Feedback via Chatroom einzuholen; das Klassenzimmer bietet hier sehr viel mehr Möglichkeiten für synchrone Kommunikation.

In Projektarbeiten könnten nebst Fragebögen (HTML-Formulare, E-Mail, ASCII-Fragebögen) auch Online-Interviews eine interessante Alternative darstellen (IRC-Interviews [Internet Relay Chat – ein „alter“ Internet-Dienst, der das direkte Gespräch via Tastatur erlaubt; ein entsprechendes Programm muss jedoch auf dem lokalen Rechner installiert sein, der die Verbindung zu einem IRC-Server herstellt], Interviews in virtuellen Welten). Insbesondere bei grosser Distanz zwischen den Interviewpartnerinnen oder –partnern ist dies von Vorteil.

Umfragen können ebenso in Newsgroups lanciert werden. Hierbei gilt es allerdings zu beachten, dass die Newsgroup inhaltlich mit dem Fragebogen in Zusammenhang steht, da eine Massensendung des Fragebogens an beliebige Newsgroups gegen die sogenannte Netiquette der Net News verstösst. Die Problematik bei Umfragen in Newsgroups könnte auch folgende Punkte betreffen: Die Verweigerungsquote ist nicht zu bestimmen (im Gegensatz zum E-Mail). Bei Fragebögen mit allgemein interessierender Thematik kann es soweit kommen, dass noch in der Erhebungsphase der Fragebogeninhalt in der Newsgroup thematisiert wird, und somit eine nachfolgende Beeinflussung nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Zufallsauswahl der zur Publikation gewählten Newsgroups ist wegen der bereits erwähnten Netiquette nicht möglich, es findet folglich bereits bei der Auswahl der Newsgroups eine Selektion statt.

Neben ökonomischen Aspekten (Zeitersparnis durch schnellen Datentransfer, keine Porto- oder Lagerungskosten) kommt vor allem der Automatisierbarkeit der Durchführung und Auswertung internetbasierter Fragebogenuntersuchungen eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu.

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Webbasiertes Feedback | Patrick Heller (SO) , Urs Thiede (BS)