Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2003/2004
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Webbasiertes Feedback


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ONLINE-FEEDBACK-INSTRUMENTE
Auf Schulebene

Die Institution Schule als Ganzes sollte regelmässig überprüft und schrittweise weiterentwickelt werden, beispielsweise die kollegiale Zusammenarbeit, die Schulführung oder die Schulorganisation. In dieser Absicht werden datengestützte Qualitätsrecherchen durchgeführt, sei es zu einzelnen Qualitätsbereichen oder sei es zur Gesamtqualität der Schule. Die Evaluationsdaten bilden dann die Grundlage für die Erarbeitung einer differenzierten, datengestützten Qualitätsdiagnose (Feststellen von schultypischen Ist-Soll-Diskrepanzen) und für die Erarbeitung von Optimierungsmassnahmen.

Beim Einsatz von Online-Feedback-Instrumenten erhalten quantitative Methoden ganz klar den Vorrang. Für das quantifizierte Erfassen von Meinungen und Erfahrungen eignen sich strukturierte Antworten auf Fragebögen, die auch einen Vergleich unterschiedlicher Adressatengruppen zulassen. Die erhobenen Daten sind generalisierbar, da für alle Befragten die gleiche anonyme Ausgangslage besteht.

Auf Unterrichtsebene

Lehrkräfte holen bei ihren Schülerinnen und Schülern Feedback ein – das ist mittlerweile (vielerorts) zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Nach dem vorangehend Diskutierten dürfte klar geworden sein, dass es sich durchaus lohnen kann, Feedback elektronisch einzuholen. Grundsätzlich kann elektronisches Feedback überall dort eingeholt werden, wo traditionelles schriftliches Feedback eingeholt wurde.

Im Folgenden sollen einige Hinweise zu Möglichkeiten elektronischen Feedbacks in verschiedenen Unterrichtssituationen gegeben werden.

Feedback Lehrperson – Lernende

Elektronisches Feedback kann selbstverständlich am Ende einer Unterrichtseinheit oder sonst eingesetzt werden, wenn eine Lehrkraft Rückmeldungen zu ihrem Unterricht möchte. Wie bereits angemerkt, drängt sich eine elektronische Form von Feedback vor allem dort auf, wo geschlossene Fragebogen verwendet werden, deren Auswertung durch diese Form deutlich vereinfacht wird, was wiederum die Rückmeldung an die Feedbackgebenden erleichtert (Schliessen des Feedback-Kreises). In diesen Fällen empfiehlt sich die Verwendung von Systemen wie GrafStat oder Zoomerang.

Werden offenere Fragestellungen verwendet, bietet sich die Möglichkeit, Feedback über E-Mail einzuholen. E-Mail eignet sich besonders dann, wenn eine Art „Briefkasten“ eingerichtet wird, über den Schülerinnen und Schüler der Lehrkraft auch dann Rückmeldungen geben können, wenn die Lehrkraft nicht explizit ein Feedback verlangt. E-Mail hat den besonderen Vorteil, dass ohne zusätzlichen Aufwand ein Dialog zwischen Lehrperson und Lernenden entstehen kann. Auf „traditionellem“ schriftlichem Weg wäre ein ähnlicher Dialog deutlich aufwändiger.

Beim Einholen eines Feedbacks, bei dem es um die Lösungssuche eines heiklen, vielleicht sogar zwischenmenschlichen Problems geht – z.B. auf Klassenebene –, könnte eine anonyme Umfrage klarere Resultate hervorbringen. Die Angst der Feedback-Gebenden, dass die Handschrift erkannt werden könnte, verunmöglicht in vielen Fällen eine ehrliche Stellungnahme.

Feedback Lernende – Lernende

Elektronische Mittel können insbesondere auch gegenseitiges Feedback zwischen Lernenden unterstützen. Natürlich kann dafür E-Mail eingesetzt werden. Diese Form bietet jedoch wenig zusätzliche Möglichkeiten gegenüber einem mit traditionellen Mitteln durchgeführten schriftlichen Austausch zwischen Schülerinnen  und Schülern – ganz abgesehen davon, dass diese Art von Feedback relativ selten sein dürfte.

Interessanter erscheint in diesem Zusammenhang die Verwendung von Arbeitsplattformen wie Educanet oder BSCW, auf denen Lernende leicht Texte zur Diskussion stellen können, auf die dann reagiert werden kann – individuell per E-Mail oder aber in Diskussionen und Foren zu den Texten. Findet Feedback auf diese Art und Weise statt, kann ein echter Dialog zu einem Text entstehen, ein Dialog, an dem sich mehrere Lernende gleichzeitig beteiligen können und der auch von nicht direkt Beteiligten mitverfolgt werden kann.

Projektevaluation Lehrperson – Lernende

Gerade am Ende einer grösseren Arbeitsphase oder am Ende eines Projekts kann eine elektronische Rückmeldung Resultate liefern, die sonst nur mit sehr grossem Aufwand hätten eingeholt werden können. Nach einer solchen Arbeit eignen sich Fragen, welche die Zufriedenheit mit gewissen Phasen der Arbeit oder die das Zutreffen gewisser Eigenschaften untersuchen, also wahrscheinlich Antworten mit einer Skala verlangen. Mittels elektronischen Feedbacks ist es einer Lehrperson möglich, eine grosse Anzahl Fragen zu stellen und so, auch wenn es um die Beurteilung einer längeren Unterrichtsphase geht, dennoch präzise und detailliert Auskunft zu erhalten. Da die Auswertung elektronisch und mit wenig Aufwand geschehen kann, bietet sich in diesem Falle diese Art von Feedback geradezu an. Zudem wird sich auch der Aufwand, der für die Erstellung einer solchen Befragung nötig ist, bei der Evaluation einer grösseren Unterrichtseinheit oder eines Projekts sicher lohnen.


Webbasiertes Feedback | Patrick Heller (SO) , Urs Thiede (BS)