Das Projekt ist für die Stufe Sek II geplant; die Begriffe Jungen und Mädchen werden durch Männer und Frauen ersetzt.
Zu Beginn motiviert die Lehrkraft die Lernenden zur Wahl eines Themas, das sie mögen; aber sie ermutigt Frauen und Männer auch dazu, sich an Themen zu wagen, die ihnen fern liegen.
Die Lehrkraft macht darauf aufmerksam, dass sich die Lernenden überlegen sollen, ob sie in einer gemischt geschlechtlichen oder in einer gleichgeschlechtlichen Arbeitsgruppe arbeiten wollen.
Alle Lernenden, Männer und Frauen, sind gezwungen, die Aufgabenstellungen fast ausschliesslich mittels ICT zu lösen, d.h. den Computer intensiv zu nutzen.
Männer werden in der Regel eher via Technik-Interesse den Zugang finden, Frauen finden den Zugang in der Regel via attraktive Aufgabenstellung, deren Erfüllung den Einsatz einer geschickten Lernstrategie erfordert.
Da die Gruppen entweder gleichgeschlechtlich oder gemischt zusammengestellt werden, führen die Lernenden ein Fortschrittsprotokoll, das der Lehrkraft Einsicht gibt in die Arbeitsverteilung und ihr ermöglicht, einzugreifen, falls die Arbeitsteilung und -leistung nach Geschlechtern unausgeglichen erfolgt.
Themen, die traditionell eher Frauen im Zentrum haben oder ansprechen, wie Kochen, Unterkunft organisieren usw. werden nicht als Spezialthema und nicht als Frauenthema lanciert, sondern als Themen unter anderen.
Im ganzen Projekt werden Frauen und Männer im Singular explizit mit „die“ oder „der“ Lernende bezeichnet, Frauen also konsequent in der Sprache genannt. Im Plural werden neutrale Formen verwendet wie z.B. „die Lernenden“.
Der Tendenz, dass Männer in der Regel eher daran interessiert sind, die konkrete Benutzung des Computers zu verbessern und dass Frauen eher Zusammenhänge begreifen wollen, kommt das Projekt entgegen, indem alle alle Tätigkeiten ausüben können, falls sie wollen bzw. von der Lehrkraft oder den anderen Gruppenmitgliedern zum Ergreifen einer als uninteressant eingestuften/vermuteten Aufgabe ermuntert werden können.
Das Interesse für Spiele und Experimente, das in der Regel bei Männern grösser ist, wird in der Regel durch die Wettbewerbssituation und die Möglichkeit, vielfältig und variabel Excel-Tabellen zu füllen, befriedigt. Frauen wird ein breites Anwendungsfeld des Computers präsentiert, was ihre Interessen in der Regel mehr befriedigt.
Die Fakten werden präsentiert, d.h. haben gleiches Gewicht. Die Klasse beschliesst gemeinsam, wie das Projekt am Ende aussieht, d.h. alle Lernenden sind direkt betroffen. In den Arbeitsgruppen, bei der Präsentation und der anschliessenden Diskussion sind Gefühle und Meinungen gefragt bzw. werden sachgegeben eingebracht.
Die Unterrichtsanlage ist offen und die Lernenden können unterschiedliche Arbeitstempi anschlagen.
Die Aufgabenstellung bietet viermal gute Anhaltspunkte für eine Diskussion über Rollenbilder, während oder nach Abschluss der Gruppenarbeiten bzw. während oder nach Abschluss der real durchgeführten Lagerwoche.
Vorbereitung eines erlebnisorientierten Schullagers | Barbara Steinmann (BS), Martina Sommerhalder BL), Marco Messerschmid (BL)