Zu Beginn sollte die Lehrperson ihre eigene Erwartungshaltung reflektieren: Wo bin ich als Lehrperson von Geschlechterstereotypen geprägt und nehme dadurch Schülerinnen und Schüler anders wahr? Wie verteile ich Rollen und Aufgaben? Inwiefern gehe ich a priori von unterschiedlichem Wissensstand und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern aus? Wie arbeitet meine Klasse in Gruppen? Bilden die Schülerinnen und Schüler seeduzierte oder koeduzierte Gruppen? Wie gehen die beiden Geschlechter miteinander um?
Weiter sind Reflexionsanlässe über das eigene Lernen zu schaffen. Schülerinnen und Schüler sollen sich gegenseitig Feedback geben und allfällige geschlechtsspezifische Zuschreibungen oder Schwierigkeiten ansprechen.
In den für Gruppenarbeiten geeigneten Modulen sind situativ geschlechtergetrennte Gruppen zu bilden, damit sich nicht ein typisiertes Verhalten einschleicht. Wo einzelne Schülerinnen oder Schüler mit Spezialwissen oder auffälligem Verhalten dominieren, sind Gruppen zu bilden, in denen die andern ungestört arbeiten können. Zur Bearbeitung gewisser Probleme können Schülerinnen und Schüler gezielt angesprochen bzw. aufgefordert werden.
Schülerinnen und Schüler werden bei der Formulierung der Arbeitsaufträge bewusst genannt.
Bei der Ausarbeitung der Module versuchten wir sicherzustellen, dass Schülerinnen und Schüler gleichwertig in ihren Interessen berücksichtigt werden. Bewusst bieten wir in unseren Modulen verschiedene Zugangsweisen zur Arbeit am Computer an, um damit auch unterschiedliche Lernstrategien zu fördern. Sowohl konkurrenzorientierte als auch teamorientierte Aufgabenstellungen wurden in die Module aufgenommen.
Einzelne Module eignen sich besonders, um Schülerinnen und Schüler über Vor- und Nachteile von ICT nachdenken zu lassen.
Zur Vorbereitung des Moduls Strassennamen listen die Schülerinnen und Schüler Strassen auf, die nach einer berühmten Persönlichkeit benannt worden sind (Strassenverzeichnis auf der Rückseite des Stadtplans). Diese Auflistung der Persönlichkeiten unterteilen sie in männliche bzw. weibliche Personen. Das Resultat eignet sich zu einer interessanten Diskussion über die Gründe, weshalb die männlichen Berühmtheiten so stark dominieren. Bei der Bearbeitung des Moduls haben die Schülerinnen und Schüler u. a. den Auftrag, Nachforschungen über zwei männliche und zwei weibliche Persönlichkeiten zu betreiben.
Das Modul Berufe rund um den Rheinhafen sollte seeduziert unterrichtet werden. Die Recherche im Internet und in Berufsunterlagen ist problemlos seeduziert organisierbar. Bei der konkreten Hafenexkursion ist darauf zu achten, dass Interviewpartner und Interviewpartnerinnen aus der Praxis zur Verfügung stehen. Dieses Bedürfnis ist zuvor bei der Rheinschifffahrtsdirektion anzumelden. Die Rundgänge und Befragungen sind auf jeden Fall seeduziert durchzuführen, da dies hilft, das Vorurteil von reinen technischen Berufen rund um den Rheinhafen abzubauen.
Im Bereich der Erwachsenenbildung ist darauf zu achten, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Selbstvertrauen im Umgang mit ICT gewinnen. Bei der Zusammenarbeit an den Computern soll diskret darauf geachtet werden, dass Teilnehmerinnen nicht durch Kollegen belehrt werden. Im Kurs sollen sich Frauen selbständig mit den Modulen auseinandersetzen können.