| Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2003/2004 www.2bits.ch | www.edubs.ch Podcasts verarbeiten und aufarbeiten |
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Das folgende Modul setzt die Erfahrung im Umgang mit einer Plattform (BSCW / educanet2) seitens der Lehrperson und der Schüler und Schülerinnen voraus. Eine Einführung in eine entsprechende Plattform würde den gegebenen Lektionsrahmen bei weitem sprengen. Es ist jedoch durchaus möglich, das Modul ohne die vorgeschlagene Plattform zu verwenden. Entsprechende Anmerkungen finden sich im Verlauf des Textes. In Falle dieses Moduls wurde als Plattform Educanet2 gewählt, da der Autor und die Klasse, mit welcher die Erprobung durchgeführt wurde, bereits Erfahrung im Umgang mit dieser Plattform besitzen und diese für den Kurs eingerichtet war (Passwörter, Zugänge, Klassenzimmer etc.). Sollte jedoch das entsprechende Zeitgefäss, zum Beispiel eine Projektwoche, zur Verfügung stehen, kann das Modul dazu genutzt werden erste Einblicke in die Arbeit mit dem virtuellen Klassenzimmer zu gewinnen und den Umgang mit demselben zu üben, um dieses Instrument im weiteren Unterricht zur Verfügung zu haben. Für die Durchführung des Moduls werden vier Lektionen zur Verfügung gestellt. Dieser Zeitrahmen ist realistisch. Er bietet den langsam arbeitenden Schülern und Schülerinnen genügend Zeit, um die Arbeit abschliessen zu können sowie den schnelleren Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit, an ihren Ergebnissen zu feilen beziehungsweise die Podcasts mit Musik zu unterlegen oder ein weiteres Item zu bearbeiten. Ich halte es für sinnvoll und hilfreich, den Schülern und Schülerinnen vor Beginn der eigentlichen Arbeit einen Überblick über das gesamte Modul zu geben. Einerseits aus Gründen der Motivation, andererseits im Hinblick auf das Zeitmanagement, welches im Eifer des Gefechts schnell mal in Vergessenheit gerät. Am Ende jeder Lektion sollte von der Lehrperson wie auch von den Schülern und Schülerinnen überprüft werden, ob die Arbeitsziele der einzelnen Lektion erreicht wurden. Die eigentliche Arbeit beginnt nun mit dem Login in die Plattform und dem Lesen der im virtuellen Klassenzimmer bereitgestellten Arbeitsaufträge. Die Arbeitsanweisungen wurden als Worddokument auf der Plattform abgelegt und können, je nach Präferenz, am Bildschirm gelesen oder auch ausgedruckt werden (vgl. Abb. 1). Die am Ende des Arbeitsblattes genannten Links helfen den Schülern und Schülerinnen brauchbare Inhalte im Internet zu finden und wurden auf ihren Inhalt und Nutzen vorab von der Lehrperson geprüft. Diese Arbeitserleichterung im Stile eines WebQuest hilft vor allem in der Internet-Recherche den nicht so geübten Schülern und Schülerinnen. Das Suchen alternativer Inhalte ist den Schülern und Schülerinnen jedoch frei gestellt. TIPP! Um eine möglichst grosse Bandbreite an Items (Planeten) abzudecken, kann es Sinn machen, den Schülern und Schülerinnen vor Beginn der Arbeit einen bestimmten Planeten zuzuweisen. RechercheWährend die Schüler und Schülerinnen mit der Recherche beschäftigt sind, hat die Lehrperson Zeit um helfend und beratend zur Seite zu stehen. Dies betrifft einerseits die technische Seite im Umgang mit der Hardware wie auch mit Tipps zur Bedienung von Browser und Textverarbeitung, Einsatz von Suchdiensten (Syntax, Rechtschreibung, Schlagwörter etc.), der Navigation innerhalb der Plattform und natürlich die inhaltlichen Fragen zur Arbeit. Es kann sich hier durchaus anbieten im Teamteaching zu arbeiten.
Die Ergebnisse sollten zunächst in einem Textdokument gesichert werden (Copy&Paste), welches auf der Plattform im entsprechenden Ordner gesichert wird. Dieses Dokument ist vorab als Informationssammlung zu betrachten, welche von den Schülern und Schülerinnen anschliessend in eigenen Worten zusammengefasst werden soll. Geübte Schüler und Schülerinnen werden sich hier bereits auf Notizen, Stichworte und Kurznotizen beschränken, um bei der späteren Reinschrift nicht zu sehr vom Inhalt des Originaltextes abgelenkt zu sein. Die im Internet gesammelten und im Textdokument gespeicherten Informationen werden anschliessend von den Schülern und Schülerinnen überarbeitet. Ziel ist die Umarbeitung in einen, in eigenen Worten verfassten Text, der:
Das Verfassen dieser Reinschrift oder wenn man so will, späteren Grundlage des Podcasts bedarf, einiger Aufmerksamkeit. Besonders der Verständlichkeit und Länge beziehungsweise Lesedauer des Textes sollte einige Aufmerksamkeit geschenkt werden, da die Texte ja später als Audiofiles veröffentlicht werden sollen. Eine zu grosse Anzahl an Fremdwörtern hemmt den Lesefluss erheblich und führt bei der späteren Aufnahme unweigerlich zu Lesefehlern und einem schwer verständlichen Text. Die später entstehenden Audiodateien sollen im WIKI schliesslich auch anderen Schülern und Schülerinnen als Lernhilfe zur Verfügung stehen und nicht nur „um der Produktion“ willen aufgenommen werden. Es empfiehlt sich an dieser Stelle die entstehenden Texte nicht nur auf Inhalt, sondern ebenso auf Stolpersteine hinsichtlich der Aussprache und späteren Aufnahme zu untersuchen und diese soweit möglich zu entschärfen. Produktion Podcast
Die entstandenen Texte sollen nun mit einem entsprechenden Audioprogramm aufgenommen und in MP3-Dateien umgewandelt werden, um diese später im WIKI zu veröffentlichen. Jeder moderne PC verfügt heute über die Möglichkeit Sprache und Musik aufzunehmen. Als einfachste Möglichkeit bietet sich hier der in Windows integrierte Audiorekorder an, der jedoch nicht über die Möglichkeit verfügt mit mehreren Aufnahmespuren zu arbeiten. Eine Konvertierung ins gewünschte MP3-Format ist ebenfalls nicht möglich. Als Alternative bieten sich Audiosequenzer der Firmen Steinberg oder Emagic an, welche in abgespeckter Form Privatpersonen und Schulen auf Anfrage kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Eine noch bessere Alternative bietet sicher die Freeware Audacity, mit der bereits nach kurzer Einarbeitungszeit Aufnahmen in hervorragender Qualität produziert werden können und welche die gewünschte Möglichkeit des MP3-Exportes bietet. Die Software steht für alle gängigen Plattformen zur Verfügung. Eine sehr praxisnahe Anleitung zum Programm hat Jörg Schumacher verfasst[1] und stellt diese unter genanntem Link dankenswerterweise zur Verfügung.
Tipps und Tricks: Einige Hinweise zu Audioaufnahmen
Vor der Veröffentlichung der entstandenen Arbeiten sollten einige Vorüberlegungen getroffen werden:
Im vorliegenden Fall ersetzt das WIKI eine Wandzeitung. Es ist zur Bearbeitung durch die Gruppe freigegeben, wird jedoch nach Abschluss der Arbeit vom Moderator gesperrt. Mit dem Verlassen der Schule erlischt auch für die Arbeitsgruppe der Zugang zum WIKI, da die Zugänge gesperrt werden. Je nach Qualität des WIKIS kann dieses jedoch weiterhin als Informationsquelle genutzt werden. Gemeinhin sind Schüler und Schülerinnen sehr stolz auf ihre Arbeiten, welche im Internet, wenn auch innerhalb eines geschützten Rahmens, veröffentlicht werden. Seltene Fälle von „Vandalismus“ treten zwar auf, können jedoch durch die Logs gut zurückverfolgt und geahndet werden. Zerstörte oder sträflich veränderte Beiträge lassen sich durch Recall-funktionen recht einfach wiederherstellen. Das WIKI ist in diesem Sinne nicht nur ein tolles Werkzeug um seine Arbeiten zu publizieren, sondern auch ein Instrument oder Plattform, das im günstigsten Falle zur Selbstdisziplin erzieht. PlattformDie Wahl der Plattform spielt in diesem Modul nur eine untergeordnete Rolle und hängt von den jeweiligen Vorlieben der Lehrperson, der Zugänglichkeit und der Erfahrung im Umgang ab. Soll das Modul wie geschildert durchgeführt werden, müsste die Kommunikationsplattform jedoch über folgende Features verfügen:
Die erstellten Dokumente sollten downloadbar, wie auch durch einfaches Anklicken geöffnet werden können. Zeitlicher Ablauf
Eine explizite Lernkontrolle ist bei diesem Modul nicht geplant, da die Ergebnisse der Arbeiten unmittelbar nachvollziehbar sind und die Ergebnisse der Lehrperson wie auch den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit bieten die Einhaltung der Ziele zu überprüfen.
Es besteht jedoch die Möglichkeit den Inhalt der erstellten Podcasts mittels Test, Lückentext oder Multiple-Choice-Aufgaben zu überprüfen. |
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Podcasts verarbeiten und aufarbeiten | Kai Heise (BS), Simon Karrer (BS), Ulrich Maier (BL) |
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