Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2003/2004
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BEISPIEL: WORTARTEN - THEORIE

Nomen erkennen

Meistens ist es nicht schwierig, die Nomen zu erkennen. Wenn du nicht sicher bist, kannst du die Nomen-Probe anwenden.

Nomen-Probe

Überprüfe, ob zum fraglichen Wort der oder die oder das gehört.

Elefant       der Elefant  (männlich)
Freude   die Freude (weiblich)
Buch   das Buch (sächlich)
                                      

Bei Unsicherheiten hilft dir das Wörterbuch weiter. Dort steht bei jedem Nomen, welches grammatikalische Geschlecht es hat.

Es gibt einige Spezialfälle, bei denen es oft recht schwierig ist, zu entscheiden, ob ein Wort ein Nomen ist oder nicht.

Wenn Verben zu Nomen werden

Manchmal werden Verben wie Nomen verwendet und dann gross geschrieben:

Das Basteln macht mir Spass.                                       Ich habe Freude am Basteln.

Wenn Adjektive zu Nomen werden

Manchmal werden Adjektive wie Nomen verwendet und dann auch gross geschrieben.

Wir haben etwas Schönes erlebt.                                  Das Schönste kommt erst noch.

Verben erkennen

Verben sind in den meisten Fällen leicht zu erkennen. Wenn du nicht sicher bist, kannst du die Verben-Probe anwenden.

Verben-Probe

Überprüfe, ob du vom fraglichen Wort Zeitformen bilden kannst.

reden        ich rede, ich redete, ich habe geredet
kommen du kommst, du kamst, du bist gekommen
wollen wir wollen, wir wollten, wir haben gewollt
                                     

Bei Unsicherheiten hilft dir das Wörterbuch weiter. Dort steht bei den Verben, wie die Zeitformen gebildet werden.

Es gibt zwei Fälle, bei denen es nicht immer einfach ist zu merken, was zu einem Verb gehört.

Zweiwortformen von Verben

Wenn man die Verben in die grammatikalischen Zeiten setzt, bestehen sie manchmal aus mehr als einem Wort:

Ich habe gearbeitet.                                                          Wir sind fleissig gewesen.

Das Verb umfasst hier jeweils zwei Teile. Am ersten Teil kann man die Person ablesen. Der zweite Teil bleibt immer gleich. Man bezeichnet diese Verbform als Mittelwort 2.

Zusammengesetzte Verben

Manchmal werden die Verben noch auf eine andere Art in Teile zerlegt.

Er kam gestern an.                                                            Wir fahren morgen weiter.

Die Verben in den Beispielsätzen heissen „ankommen“ und „weiterfahren“. In den beiden Sätzen wird dann ein Wortbaustein vom Verb abgetrennt; er gehört aber immer noch zum Verb. Man bezeichnet diesen abgetrennten Wortbaustein als Verbzusatz.

Adjektive erkennen

Adjektive sind nicht immer leicht zu erkennen. Im Zweifelsfall kann dir die Adjektiv-Probe weiterhelfen.

Adjektiv-Probe

Überprüfe, ob du bei diesem Wort Vergleichsformen bilden kannst.

bunt      bunter am buntesten
schön schöner am schönsten
gut  besser am besten

Auskunft über die Adjektive findest du auch im Wörterbuch. Dort sind auch alle unregelmässigen Vergleichsformen aufgeführt.

Bei den Adjektiven gibt es einige Spezialfälle, die bei der Wortartbestimmung zu Problemen führen können:

Adjektive, bei denen es keine Vergleichsformen gibt

Manchmal versagt die Adjektiv-Probe, weil man nicht von sämtlichen Adjektiven Vergleichsformen bilden kann. Bei einigen Adjektiven ist das aus rein logischen Gründen nicht möglich.

Beispiele:  leblos, viereckig, mündlich

Keine Vergleichsformen gibt es auch von den meisten zusammengesetzten Adjektiven.

Beispiele: blitzschnell, riesengross, hellgelb

Mittelwörter, die wie Adjektive verwendet werden

Mittelwörter werden eigentlich wie Adjektive gebraucht.

Wir haben Würste gebraten (Mittelwort).

Wir assen gebratene Würste (Adjektiv).

Im ersten Satz ist „gebraten“ ein Teil des Verbs. Im zweiten Satz begleitet „gebraten“ ein Nomen und wird wie ein Adjektiv verwendet. Bei einer ganz genauen Wortartbestimmung müsste man beim zweiten Satz also sagen: „gebraten“ ist zwar eine Form des Verbs (das Mittelwort von „braten“); es wird hier aber wie ein Adjektiv gebraucht.

Pronomen und Partikel werden im zweiten Teil bearbeitet!


Online repetieren mit Mehrwert | Beat Häfeli (SO), Markus Kämpfer (SO), Andreas Wyss (SO)