Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2003/2004
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BEISPIEL: POTENZEN
  • Als Potenz bezeichnet man das Produkt aus gleichen Faktoren, z.B.:
    5 • 5 • 5 = 53 = 125


    gelesen: „fünf hoch drei“

    Der Exponent gibt an, wie oft die Basiszahl Faktor ist. Das Ergebnis 125 heisst Potenz.

  • Die Umkehrung des Potenzierens ist das Wurzelziehen:

    gelesen: „dritte Wurzel aus 125“. Das Ergebnis lautet 5.
  • Quadratzahl
    Die 2. Potenz einer Zahl heisst Quadrat. 32 bedeutet also Quadratzahl: 3 • 3 = 9
    Dies ist auch die Fläche eines Quadrates mit der Seitenlänge 3 Einheiten.
  • Kubikzahl
    Die 3. Potenz einer Zahl heisst Kubik. 43 bedeutet Kubikzahl: 4 • 4 • 4 = 64

    Dies ist auch das Volumen eines Würfels mit der Kantenlänge 4 Einheiten.
  • Spezialfälle
    a0 = 1         160 = 1    
    a1 = a         341 = 34

Rechnen mit Potenzen

  • Addition & Subtraktion

    Potenzen werden addiert oder subtrahiert, indem man jede einzelne Potenz bestimmt und anschliessend addiert bzw. subtrahiert:
    23 + 52 = 8 + 25 = 33
    163 – 42 = 4096 – 16 = 4080
    an + am = an + am
    bn – bm = bn – bm

    Diese Terme können nicht weiter vereinfacht werden!

  • Multiplikation

    Potenzen mit der gleichen Basiszahl werden multipliziert, indem man die Exponenten addiert, oder eleganter ausgedrückt: Die Basiszahl wird mit der Summe der Exponenten multipliziert.
    53 • 52 = 53+2 = 55 = 3125
    an • am = an + m

    Potenzen mit gleichen Exponenten werden multipliziert, indem man die Basiszahlen miteinander multipliziert und den Exponenten beibehält:

    243 • 43 = (24 • 4) 3 = 963 = 884‘736
    an • bn = (a • b) n

  • Division

    Potenzen mit der gleichen Basis werden dividiert, indem die Exponenten voneinander subtrahiert werden:

    6 5 : 63 = 6 5-3 =  6 2 = 36
    an : am = an – m

    Potenzen mit gleichen Exponenten werden dividiert, indem zunächst die Basen dividiert und anschliessend das Ergebnis potenziert wird:

    273 : 93 = 33 = 27
    an : bn = (a : b) n

  • Potenzieren

    Eine Potenz wird potenziert, indem die Exponenten multipliziert werden:

    (23)2 = 23 2 = 2 6 = 64
    (a n) m = a n m

    Ein Produkt wird potenziert, indem man jeden Faktor potenziert und dann anschliessend multipliziert:

    (5 • 4) 3 = 53 • 43 = 125 • 64 = 8000
    (a • b) n = an • bn

    Ein Bruch wird potenziert, indem man Zähler und Nenner potenziert:


Zehnerpotenzen

         10 5         =         100000

         10 4         =           10000

         10 3         =              1000

         10 2         =                100

         10 1         =                  10

         10 0         =                    1

         10 –1       =                    0,1

         10 –2       =                    0,01

  • Darstellung sehr grosser und kleiner Zahlen mit Hilfe von Zehnerpotenzen

    5000 = 5 • 1000 = 5 • 103

    34‘000 = 3,4 • 10‘000 = 3,4 • 104

    0,0075 = 7,5 • 0,0001 = 7,5 • 10–4

    Die Zahl links vom Komma ist immer einstellig!

  • Taschenrechner

    Beobachte, wie dein Taschenrechner sehr grosse und kleine Zahlen darstellt:

    Herkömmliche Rechner mit Einzeilendisplay zeigen auf der rechten Seite der Anzeige nur den Exponenten der Zehnerpotenz.

    Bsp.

    5'678'901'234 = 5,678901234 • 109         >> Taschenrechner:     5, 678901    9

    0,000023456789 = 2,3456789 • 10-5        >> Taschenrechner:     2,345679    -5

Merke:

Ein positiver Exponent zeigt an, um wie viele Stellen das Komma nach rechts verschoben werden muss.

Ein negativer Exponent zeigt an, um wie viele Stellen das Komma nach links verschoben werden muss.

Viele Taschenrechner mit Zweizeilendisplay (ein häufig verwendetes Modell ist der TI 30X) zeigen den vollständigen Term.

Bemerkenswert

Potenzen wachsen sehr schnell. Hier zwei Beispiele:

  • Die grösste Zahl, die man mit Hilfe von drei Ziffern darstellen kann ist

Diese Zahl kann hier gar nicht dargestellt werden - sie besteht aus 396‘693‘100 Ziffern!

Vom Erfinder des Schachspiels gibt es folgende Anekdote:

Er erbat sich als Belohnung auf das 1. Feld ein Weizenkorn, auf das 2. Feld zwei Weizenkörner und auf jedes weitere Feld immer die doppelte Anzahl der Körner des vorhergehenden. Dies führt bei 64 Feldern zu der Gesamtmenge von 264 – 1 Körnern. Das sind 1.8447 • 1019 Körner. Rechnet man 16 Körner zu einem Gramm, so sind dies rund 1.1529 • 1012 t Weizen.

Die Weltgetreideproduktion 2002 betrug ca. 5.483 • 109 t. Das heisst, man würde (1.1529 • 1012 t) : (5.483 • 109 t)  = 210 Ernten aus dem Jahr 2002 benötigen.

Überlege dir die Situation, in der sich der Erfinder des Schachspiels befunden haben könnte.


Online repetieren mit Mehrwert | Beat Häfeli (SO), Markus Kämpfer (SO), Andreas Wyss (SO)