Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2005/2006
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Klimawandel durch Natur und Mensch


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ERWACHSENENEBENE I
Zielpublikum

Das Zielpublikum sind Geografie-Lehrpersonen der Sekundarstufe 1. Das Szenario lehnt sich stark an das Geografie-Lehrmittel «Geobuch 2» an. Es drängt sich deshalb auf, auch dieses Lehrmittel zu verwenden. Allerdings wäre auch die Verwendung eines anderen Lehrmittels oder eigener Unterlagen möglich, wenn das Szenario entsprechend angepasst würde.

Einige Elemente liessen sich aber auch auf die Sekundarstufe 2 übertragen. Insbesondere die graphische Veranschaulichung von Klimadaten bietet viele Themen für die obere Schulstufe. Für den Mathematikunterricht auf der Sekundarstufe 2 bietet alleine die Problematik der Trendlinie in Excel Stoff für mehrere Unterrichtslektionen – vor allem in den Profilen A (Anwendungen der Mathematik und Physik) sowie B (Biologie und Chemie). Da die Gefahr gross ist, sich in der Informationsflut zu verlieren, empfehlen wir, auch auf der Sekundarstufe 2 mit Linklisten zu arbeiten. Wenn immer möglich sind für die Schülerinnen und Schüler eigene Schreibanlässe vorzusehen. Beim Lernplakat in den Lektionen 9 und 10 darf erwartet werden, dass die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Aussagen selber formulieren und dann graphisch darstellen. Statt des Plakates könnte auch ein WIKI eingesetzt werden, das sich für vernetzte Zusammenhänge besonders eignet.

Mit Hilfe von Geografischen Informationssystemen (GIS) könnte ein weiterer Aspekt der Computernutzung einbezogen werden. Vorläufig verwenden noch relativ wenig Gymnasien GIS. Die Zahl nimmt aber ständig zu und mittelfristig werden die Gymnasien nicht darum herumkommen, solche Systeme im Unterricht einzusetzen. Das nächste Kapitel geht näher darauf ein.

Gedanken zur Verwendung des Szenarios

Kapitel 2.3 beschreibt den Ablauf einer Weiterbildung, die heissen könnte «Einbezug von ICT in den Geografie-Unterricht am Beispiel einer Unterrichtseinheit über den Klimawandel». Der Titel ist selbsterklärend: Wir stellen uns vor, dass wir in einer Weiterbildung unser Szenario mit den Lehrpersonen in der Rolle der Schülerinnen und Schüler durchspielen. Mit den von uns im Unterricht gemachten Erfahrungen lässt sich auch die Diskussion auf der Metaebene führen. Das Ziel ist, dass die Teilnehmenden am Beispiel unseres Szenarios lernen, ICT einzubauen und trotzdem das gewohnte Lehrmittel weiter zu verwenden.

Natürlich wehren wir uns nicht dagegen, wenn das Szenario unverändert übernommen und für den eigenen Unterricht verwendet wird – die Grundidee wäre aber, nur ein Beispiel zu liefern. Die Teilnehmenden eines Weiterbildungskurses würden in der Rolle der Lernenden erfahren, wo die Schwierigkeiten und Stolpersteine liegen. Das Durchleben der Situation der Schülerinnen und Schüler kann eine bereichernde Erfahrung für den eigenen Schulalltag darstellen.

Zentrales Anliegen des Szenarios ist der Einsatz «multimedialer Lernobjekte» im Unterricht. Es geht nicht darum, mit einer CD-ROM den traditionellen Unterricht abzulösen, sondern darum, Lernobjekte dort einzusetzen, wo sie einen Mehrwert bringen. Der Begriff «Multimedialität» steht in der Metadiskussion dabei im Zentrum. Der Mehrwert soll begründet werden: Verschiedene Sinne werden angesprochen – verschiedene Medien werden miteinander kombiniert – die Lernenden haben die Möglichkeit, den Computer interaktiv einzusetzen etc. Mithilfe von Linklisten sollen die Lehrpersonen erfahren, dass der Einsatz von «multimedialen Lernobjekten» vom Aufwand her durchaus vertretbar ist.

Im vorherigen Kapitel wurde die Möglichkeit angesprochen GIS einzubeziehen. Auf der Sekundarstufe I wird kaum mit solchen Systemen gearbeitet. Auch an den Gymnasien sind GIS noch relativ wenig verbreitet. Unsere Versuche, GIS einzubeziehen, scheiterten an der relativ hohen Komplexität der geeigneten Programme.

ArcExplorer ist kein eigentliches GIS sondern ein so genannter «GIS-Viewer», ein Programm zur Veranschaulichung von Daten, die von einem GIS generiert wurden. Es ist mit ArcExplorer zum Beispiel möglich, zu visualisieren, wie sich der Anstieg des Meeresspiegels um eine gewisse Höhe auf ausgewählte Küstengebiete wie Bangladesh, die Niederlande oder Deutschland auswirken würde. Wir haben auf diese Möglichkeit verzichtet, weil die Visualisierung kaum über ein phänomenologisches Betrachten hinausführt und trotz des relativ grossen Aufwandes kaum zu einem Mehrwert führt.

Weitere Versuche haben wir mit EdGCM und dem GIS-Viewer «EVA» unternommen, die beide kostenlos im Internet bezogen werden können. Um den globalen Temperaturverlauf über 100 Jahre simulieren zu können, war eine Rechenzeit von über 36 Stunden nötig (Inspiron 5160, Windows XP). Schon alleine auf Grund der Rechenzeit ist deshalb EdGCM für die Verwendung in der Schule ungeeignet.

Am besten eignen sich Programme wie ArcMap von ESRI. Die Schülerinnen und Schüler müssen aber den Umgang mit dem GIS schon gewohnt sein. Die lange Einarbeitungszeit rechtfertigt den Einsatz für ein einzelnes Thema nicht.

Wir haben das Kyoto-Protokoll in unseren Lektionen nur am Rande erwähnt und keine Aufträge dazu erteilt. Bei einer Übernahme des Szenarios auf die Sekundarstufe 2 müsste man das Protokoll sicher behandeln. Ideal wäre eine Einbettung in eine interdisziplinäre Unterrichtssequenz zusammen mit Geschichte.

Erwachsenenebene Teil 2


Klimawandel durch Natur und Mensch | Thomas Rätz (BL), Thomas Wenger (BL)