| Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2004/2005 www.2bits.ch | www.edubs.ch Klassenaustausch: Herstellen eines Steckbriefes für Schülerinnen und Schüler |
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Bericht der Erprobung
Das vorliegende Szenario wurde in einer 6. Klasse der Orientierungsschule Basel erprobt. Diese hatte eben einen Briefaustausch mit einer 6. Klasse in Aubonne begonnen. Vorgängig zum Projekt hatte sie mit einem gemeinsamen Brief Kontakt zur Partnerklasse in der Romandie aufgenommen. Als nächstes standen die Schülerinnen und Schüler nun vor der Aufgabe, sich in einem Brief einem von den Lehrkräften zugeteilten Kind der andern Klasse vorzustellen. Französisch-Bereich: Durch eine gemeinsame Ideensammlung (auf Deutsch) gewannen die Kinder eine Vorstellung darüber, was sie in ihren Briefen alles schreiben könnten. Die Lehrkraft verteilte thematisch geordnete Wörterlisten, um die notwendigen Wortfelder zu aktivieren. Die Schülerinnen und Schüler erhielten die Hausaufgabe, weiter über den Inhalt ihres Briefes nachzudenken und den Wortschatz mit Hilfe von Wörterbüchern gezielt zu ergänzen. In diesem Zusammenhang wurde auch über den zweckmässigen Einsatz von Dictionnaires gesprochen. Der zusammengetragene Wortschatz wurde in der Folgestunde besprochen und offene Fragen geklärt. Nach dieser Vorbereitungsrunde waren die Kinder recht gut in der Lage, auf der Grundlage des Wortschatzes einen französischen Brief zu formulieren, und die Übersetzerei deutscher Gedanken ins Französische konnte in vielen Fällen vermieden werden. ICT-Bereich Im Computerraum bestand die Aufgabe darin, von einem Foto die Umrisse des eigenen Kopfes herzustellen und die eigene Presentation dort hineinzutippen. Dieses recht anspruchsvolle Lernziel ist mit einer 6. Klasse mit zufriedenstellenden Resultaten zu erfüllen. Gewinnbringend war, dass die Arbeitsschritte am Computer zuerst an einem Modellsteckbrief geübt wurden. Einerseits konnte so das Vorgehen am Computer durch Wiederholung gefestigt werden, andererseits konnte sich die Klasse dadurch beim zweiten Durchgang besser auf die Darstellung und den Inhalt des Steckbriefes konzentrieren. Sehr geholfen hat auch, dass die Lehrkraft die Anleitung für die Arbeit am Computer zuerst im Klassenzimmer vorbesprochen hat und dass alle sich den Arbeitsablauf vorher vorzustellen versucht haben. Das erleichterte den Schülerinnen und Schülern das Lesen der Anleitung während der praktischen Arbeit am Computer. Sich das Dateiablagesystem vorzustellen bereitet manchen Computeranwendenden Mühe. Auch bei dieser Arbeit tat es manchem Kind gut, die Unterscheidung zwischen dem Erzeugen einer neuen, dem Öffnen einer bestehenden Datei und dem Einfügen einer Grafik in eine bestehende Datei mehrmals zu üben. Im StarOffice lässt sich ein Kopfumriss über einer Grafik zeichnen. Derselbe Versuch mit Word oder AppleWorks gelingt nicht ohne Weiteres. Man müsste also für dieses Vorhaben den Umweg über ein Grafikprogramm machen, was die gestellte Aufgabe erschweren würde. Die Aufgabestellung ermöglichte den Schülerinnen und Schülern, sich im Umgang mit Grafikwerkzeugen zu üben, ohne mit den komplexen Funktionen eines richtigen Grafikprogramms konfrontiert zu sein. Sie ist auch als Einstieg zu andern Projekten mit Grafikbearbeitung denkbar. Den Umriss gut zu zeichnen, so dass sich die Form am Schluss richtig schliesst und mit Farbe füllt, ist schon eine zünftige Übung und hat bei manchen Kindern mehrere Anläufe benötigt. Es lohnt sich, die unteren Klassen moralisch auf diese Aufgabe vorzubereiten. Am Schluss wurde der Brief mit einem Hintergrundbild versehen, was der Klasse viel Spass bereitet hat. Es ist wichtig, dafür genaue Kriterien vorzugeben, damit der Steckbrief nicht mit Bildern von Stars zugedeckt wird. Für die Arbeit mit mehreren Grafiken muss auch die Funktion ‚Reihenfolge’ (In den Vordergrund in den Hintergrund) besprochen und geübt werden, damit das richtige Bild bearbeitet werden kann. In dieser 6. Klasse ging das Tippen des Textes doch sehr langsam vor sich es waren ja auch noch die französischen Sonderzeichen zu suchen. So mussten für den ICT-Teil etwa vier Lektionen pro Abteilung veranschlagt werden. Es wurde aber viel an den ICT-Fertigkeiten geübt und den Schülerinnen und Schülern gefiel es gut, einen französischen Brief zu schreiben. Sie gingen mit viel Eifer ans Werk. Sogar die Gruppe, die gerade nicht am Computer sein durfte, gab sich jeweils grosse Mühe, diszipliniert zu arbeiten. Schlussfolgerungen und Erkenntnisse Alle Schülerinnen und Schüler konnten die gestellte Aufgabe am Computer gut lösen. Nach einer gründlichen Vorbesprechung war die zweiseitige Arbeitsanleitung durchaus ausreichend. Für die Wiederaufnahme der Arbeit in einer Folgestunde brauchten die weniger Geübten Hilfestellungen, um den Arbeitsfaden wiederzufinden. Einige Kinder brauchten ziemlich Zeit, um die Arbeiten mit der Maus und der Tastatur zu erledigen. Doch hat die Arbeit der Klasse sehr gefallen. Der E-Mail-Austausch wird erprobt werden, sobald die Arbeiten in der Partnerklasse soweit gediehen sind. Für die Arbeit am Computer muss mehr Zeit eingeräumt werden. Etwa 2 Lektionen für den Entwurf und 2 Lektionen für die Reinschrift in jeder Abteilung. Die andere Abteilung konnte diese Zeit nutzen und in Planarbeit Lernziele der tangierten Fächer zu erarbeiten. Es lohnt sich, dabei die selbstständige Arbeit bewusst als Lernziel zu deklarieren und den Erfolg/Misserfolg zu reflektieren. Die Arbeitsanleitung soll sich in der Länge weiterhin auf zwei Seiten beschränken. Jedoch wurden zu den einzelnen Arbeitsschritten detailliertere Ergänzungen vorgenommen, welche bei der Vorbesprechung oder im Bedarfsfall beigezogen werden können. |
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Klassenaustausch: Herstellen eines Steckbriefes für Schülerinnen und Schüler | Daniel Hänggi (BL) und Martin Hardmeier (BS) |
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