Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2004/2005
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ICT in der Berufswelt


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GENDER

Das Szenario bietet einige Möglichkeiten, auf den Genderaspekt einzutreten. Das einleitende Brainstorming und die Auswahl der Arbeitsplätze werden in Kleingruppen vorgenommen. Dieses Vorgehen wird – laut Gender-Expertin (Frau Aeby) – auch den Mädchen gerecht.

Bei der Arbeit im Klassenverband ist darauf zu achten, dass eine klare Sprachregelung abgemacht und eingehalten wird.

Die Zuweisung der besuchten Arbeitsplätze soll in einem Konsensprozess erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass beide Geschlechter angemessen auf ihre Rechnung kommen, d.h. Arbeitsorte ausgewählt werden, wo vermutlich Männer und Frauen in ausgewogener Anzahl anzutreffen sind.

Für den Konsensprozess ist genügend Zeit einzugeben, da, laut Genderexpertin, die Mädchen hierfür mehr Zeit benötigen. Eine Möglichkeit bestünde darin, dass die Schülerinnen und Schüler ihren bevorzugten Vorschlag vorweg durch eine Punktebewertung bekannt geben und ihre Vorlieben damit sichtbar machen könnten.

Vor dem Besuch können die Gruppen dazu angeleitet werden, die Frauenperspektive ebenfalls bewusst zu berücksichtigen, etwa durch folgende Fragen:

  • Gilt für Männer und Frauen derselbe Lohn?
  • Gibt es Regelungen, welche der häufigen Doppelbelastung Beruf-Familie der Arbeitnehmerinnen Rechnung tragen?
  • Wie sieht es mit den Teilzeitarbeitsmöglichkeiten im besuchten Betrieb aus?
  • Gibt es Frauen in Führungsfunktion?
  • Wird bei der Stellenausschreibung darauf geachtet, dass beide Geschlechter gleichermassen angesprochen werden?
  • Wie ist die Stimmung, wie sind die Räumlichkeiten des Arbeitsplatzes? Fühlen sich beide Geschlechter an diesem Arbeitsort gleichermassen wohl?
    Haben die Leute Wünsche bezüglich des Raumes?
  • Können die Frauen und Männer gleichermassen Karriere machen?

Beim Einüben des Interviews und beim Besuch des Arbeitsplatzes ist darauf zu achten, dass mit der Benutzung von Videokamera und Digitalkamera nicht zuviel Techniklastiges Einzug hält. Beim Benutzen technischer Geräte kann den Mädchen Sicherheit geboten werden, wenn eine solide Einführung in die Handhabung der Apparate angeboten wird.

Wenn dem Genderaspekt bereits bei der Vorbereitung der Interviewfragen genügend Rechnung getragen wird, bietet die Schlussbesprechung sicher eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Schülerinnen und Schülern die aktuelle Situation und die notwendigen Voraussetzungen für eine gelebte Gleichberechtigung der Geschlechter bewusst zu machen.


ICT in der Berufswelt | Daniel Hänggi (BL) und Martin Hardmeier (BS)