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4. Unterrichtseinheit : Was steckt hinter der Werbung?
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Unterrichtsplanung

Arbeitsschritt 1: Thematischer Einstieg
Die Lernenden erhalten die Aufgabe, in Zeitungen und Zeit-schriften Inserate zu suchen, in denen Handys angepriesen werden, und diese mit in die Schule zu bringen.
- Nach Möglichkeit bringt die Lehrkraft ebenfalls Inserate mit, vielleicht gar Fotos von Plakaten.
- Die mitgebrachten Inserate und Bilder werden collage-artig aufgehängt, möglichst so, dass sie während der ganzen Un-terrichtseinheit sichtbar sind.
- In einem ersten Klassengespräch wird über die Inserate ge-sprochen. Wie kann es sein, dass man ein offenbar sehr viel wertvolleres Gerät für einen Franken oder gar gratis erhält?
- Dieser Schritt sollte es der Lehrkraft ermöglichen, das Vorwissen der Lernenden zum Thema einigermaßen einschätzen zu können.
- In diesem ersten Klassengespräch sollte erreicht werden, dass allen klar ist, dass man zwar das Gerät mehr oder weniger geschenkt bekommt, dass mit diesem „Geschenk“ aber Bedingungen verknüpft sind.
Arbeitsschritt 2: Sachtextlektüre / Hintergründe
Die Lernenden erhalten den Auftrag, sich über die Marktentwicklung im Mobiltelekommunikationssektor ins Bild zu setzen. Dabei sollen sie die folgenden Fragen beantworten:
1. Was kann man sagen über die Zunahme der Mobil-AbonnentInnen in den letzten Jahren?
2. Was kann man sagen über die Marktanteile der verschiedenen Mobilfunk-Anbieter?
3. Worum scheint es den verschiedenen Anbietern vor allem zu gehen?
Die Lernenden sollen sich diese Informationen im aktuellen Jahresbericht der Eidgenössischen Kommunikationskommissi-on besorgen. Dieser ist auf dem Internet publiziert.
- Es ist denkbar, dass man hier bereits die Internetadresse der Kommission angibt (http://www.fedcomcom.ch). Grund-sätzlich muss sich die Lehrkraft hier überlegen, wie viel Zeit sie verwenden will; je nachdem, wird sie mehr oder weniger Informationen vorgeben die Informationen finden sich im Jahresbericht der Eidgenössischen Kommunikationskom-mission, „IV. Marktentwicklung: statistische Eckwerte“, im Abschnitt über den Mobilfunkmarkt. Will die Lehrkraft hier auf die Internetrecherche verzichten, kann sie die entsprechenden Informationen einfach als Fotokopie austeilen [6].
- Es ist hier wichtig, dass die Lernenden sehen, dass es den Mobilanbietern vor allem darum geht, Marktanteile zu gewinnen bzw. zu halten (Fragen 2 und 3), da die Zunahme der Mobilfunkanschlüsse abnimmt (Frage 1).
Arbeitsschritt 3: Wie viel kostet das „Geschenk“?
Ausgehend von der Einsicht aus dem obigen Schritt, wird nun geprüft, wie viel das Handy, das scheinbar (fast) nichts kostet, tatsächlich kostet. Es zeigt sich schnell, dass dazu die Informa-tionen, die man in der Anzeige erhält, normalerweise nicht reichen; es wird eine Recherche bei den Anbietern nötig sein.
Die Lernenden ermitteln mit einer Internetrecherche (alternativ dazu wäre es auch möglich, sich bei der Swisscom, in den
„Mobile Corners“ usw., also an Verkaufsstellen für Handys, informieren zu lassen), was die verschiedenen Angebote tatsächlich kosten pro Monat und welche Bedingungen daran geknüpft sind. Hier wird still vorausgesetzt, was später zum Thema werden muss (siehe unten): wir haben es nicht mit Werbung der Gerätehersteller zu tun, sondern mit derjenigen der Mobilanbieter; eine Überprüfung der Kosten am falschen Ort (also zum Beispiel auf der Internetseite eines Geräteherstellers) wird hier nicht zum Erfolg führen.
Die Lernenden verfassen aus dem Erarbeiteten einen kleinen Text, „Das Kleingedruckte“; dieser Text wird dann der Klasse präsentiert und danach neben den Inseraten ausgestellt.
- So kostet z. B. ein Nokia 7250i bei Sunrise, das für CHF 0. angeboten wird, pro Monat 40 Franken; dazu kommt zusätz-lich die SIM-Karte für 40 Franken; das Abonnement muss für mindestens 24 Monate gelöst werden. Man bezahlt also über die zwei Jahre mindestens 1000 Franken.
- Es ist denkbar, dass die Aufgabe hier ausgeweitet wird; man könnte die Bildbearbeitungs-Aufgabe stellen, das Inserat so zu manipulieren und neu auszudrucken, dass die „Wahrheit“ ersichtlich wird (vergl. Kapitel 8.4)

Arbeitsschritt 4: Wirkt ein Inserat?
Die Lernenden versuchen herauszufinden, ob Inserate und Plakate wie die untersuchten tatsächlich wirken. Sie erarbeiten sich einen Fragekatalog für Interviews auf der Strasse. Die In-terviews werden dann in kleinen Gruppen durchgeführt und schließlich in der Klasse ausgewertet.
Dabei sollen/können folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Wie schätzen Konsumentinnen und Konsumenten diese „Geschenke“ ein? Wie attraktiv erscheint das Angebot spon-tan?
- Sehen KonsumentInnen, worum es den Anbietern tatsächlich geht? Können sie sich erklären, weshalb man ihnen ein Gerät (fast) „schenkt“?
- Schätzung der tatsächlichen Kosten (über ein oder zwei Jahre).
- Für alle Fragen soll erhoben werden, ob es Unterschiede in der Einschätzung gibt
- zwischen den Geschlechtern (also: Geschlecht miterfassen)
- zwischen den Generationen (also: Altersgruppe miterfassen)
(Weitere Gruppen sind denkbar.)
Die Resultate werden grafisch dargestellt in geeigneten Diagrammen. Dabei ist durchaus denkbar, dass weiterhin in Grup-pen gearbeitet wird, denen jedoch nun die Daten der gesamten Umfrage vorliegen; jede Gruppe erarbeitet dann eine grafische Repräsentation der Daten. In der darauffolgenden Auswertung können die verschiedenen Lösungen einander gegenüberge-stellt und verglichen werden. (Die Diagramme werden wohl mit Excel erstellt; es ist aber denkbar, diese auch von Hand erstellen zu lassen; vielleicht müssen auch nicht alle Gruppen gleich vorgehen.)
Arbeitsschritt 5: Womit könnten Mobilfunkanbieter werben?
In einem weiteren Schritt wird der Blickwinkel erweitert auf Werbung und Werbemechanismen allgemein. Dazu dient zuerst ein kurzer theoretischer Text zur Werbung („Wie funktioniert Werbung?“)
Die Lernenden arbeiten diesen theoretischen Text durch.
Eine kurze Gruppen- oder Partnerarbeit setzt sich dann mit der Frage auseinander, welches die echten Merkmale und welches die Pseudomerkmale sind, um die es in der Werbung der Mo-bilanbieter geht.
Eine wichtige Einsicht und Voraussetzung für die Gruppen- bzw. Partnerarbeit muss hier sein, dass wir es mit Werbung der Mobilanbieter und nicht mit Werbung der Gerätehersteller zu tun haben auch wenn es oberflächlich gesehen in erster Linie um die Geräte geht. Dies ist wohl am besten vorgängig im Plenum zu klären (mit der Leitfrage: Wer wirbt hier?)
- Mögliche echte Merkmale sind:
- Netzdichte / Empfangsqualität
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- Pseudomerkmale lassen sich wohl am einfachsten an Plakaten zeigen: man sieht glückliche Menschen, …
- Das günstig oder gratis angebotene Gerät wirkt als Lockvo-gel; es wird oft eine Fülle von Eigenschaften dieses Geräts angegeben (MMS, W@p, GPRS, Triband, polyphone Ruftö-ne und vieles mehr) die Sache, um die es jedoch geht, al-so um das Abonnement beim Anbieter, ist normalerweise nur sehr ungenau bezeichnet.
Daraus müsste die Einsicht gewonnen werden können, dass hier nicht wirklich mit dem geworben wird, um das es geht.
Arbeitsschritt 6 / Schluss: Synthese aus dem Gesagten
Den Lernenden muss im Verlaufe der Unterrichtseinheit klar geworden sein, dass die Mobilanbieter, um Marktanteile zu gewinnen, Geräte quasi verschenken; sie verdienen nicht an den Geräten, sondern an den Abonnementen (die sie womöglich nicht nur für ihr Mobilfunknetz, sondern auch als Kunden für andere Kommunikationsdienstleistungen gewinnen wollen).
In einer Schlussdiskussion können hier sehr wohl ethische Fragen einbezogen werden, etwa:
- Werden KonsumentInnen hier bewusst irrgeführt?
- Lügen die Inserate und Plakate?

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